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Sinn im Sein - ich starte durch

vor 8 Stunden
3 Min. Lesezeit

Hallo da draußen!


Mein Herz schlägt schnell, mein Herz schlägt laut! Es ist prall gefüllt mit Vorfreude und Aufregung. Und wenn ich ehrlich bin, auch mit einer gehörigen Portion Respekt vor meinem Vorhaben. Es war ein intensiver und langer Prozess bis zu diesem Schritt - dem Schritt in meine Selbstständigkeit!

Es gehört schon eine Schippe Mut dazu, sich auf eigene Füße zu stellen. In der unsicheren Zeit, die wir aktuell erleben, noch ein bisschen mehr.

Also, warum das Ganze? Warum jetzt?


Wenn ich mit Menschen rede, schwingt häufig eine Angst vor der Zukunft mit. Natürlich birgt die Zukunft ein Maß an Unsicherheit. Wir können planen, vorbereiten und versuchen, Einfluss zu nehmen – und erleben doch immer wieder, dass die Realität anders aussieht, wenn sie tatsächlich eintritt. In der Angst nehme ich dabei eine zusätzliche Nuance wahr: Sie scheint zunehmend an Substanz zu gewinnen, weil sie unsere Existenz berührt.

Wie geht das mit der Wirtschaft weiter? Wie lange dauert es noch bis der Krieg weitere Kreise schlägt? Werden bald wir in Deutschland bombardiert? Und was ist mit "den Chinesen"? Ach, und die Umwelt Thematik gibt es auch noch! Die Hitze des Sommers hat vielen von uns bereits schwer zu schaffen gemacht. Wie soll was weitergehen?


Dazu kommen die ganz persönlichen Existenzängste, die Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen beschäftigen: Wie wird mein Ruhestand einmal aussehen? Kann ich mir das leisten? Wieviel kostet mittlerweile ein Stück Butter bzw der Sprit? Wie schaffe ich es, mich bis zum Ende des Monats finanziell über Wasser zu halten? Traue ich mich, auf die Straße zu gehen, aus Angst vor Diskriminierung, Verfolgung, Gewalt. Macht es Sinn noch Kinder in diese Welt zu gebären? Muss mein Mann oder mein Sohn vielleicht irgendwann in den Krieg?

Das ist nur eine Auswahl an Themen, die mir begegnen. Sie wirken bedrohlich und geben der Angst ihre Schwere und Substanz.

Die Frage, die ich mir nach den Gesprächen stelle, ist folgende:

Wie können wir mit unserer Angst umgehen? Wie können wir lernen, mit ihr zu sein, ohne sie wegzuschieben?

Denn alles, was wir wegdrücken, kommt auf die eine oder andere Weise zurück – manchmal umso kräftiger.


Gefühlt empfinden so viele Menschen Wut: auf die Politik, auf die Vergangenheit, auf „die Ausländer“ oder auf andere Gruppen und Entwicklungen, die als Bedrohung wahrgenommen werden. Auch die Polemik mancher Akteure der aktuellen Politik basiert auf ihr - der Wut. Sie ist leicht kitzelbar und enthält jede Menge Energie. Sie ist eine einfache Quelle, um Menschen zu mobilisieren. Gleichzeitig löst genau das bei vielen anderen Menschen Angst aus.


Also: Wie können wir der Wut begegnen, die ein großes Potenzial für Bedrohung in sich trägt?


Beide zusammen - Angst und Wut - ergeben einen stinkigen Cocktail. Einer so eklig schmeckt, dass wir um so leichter reizbar werden, wenn wir es verpassen, uns mit unserer Wut und unserer Angst auseinanderzusetzen.


In den letzten Jahren habe ich das bewusste Arbeiten mit meinen Gefühlen für mich entdeckt. Die Übungen in der "Gefühlsarbeit" nach Clinton Callahan erlebe ich als befreiend und nachhaltig. Sie haben mir geholfen, meine Gefühlswelt bewusster wahrzunehmen und neue Zusammenhänge zu erkennen.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse war der Zusammenhang zwischen meinen Gefühlen und meiner Eigenverantwortung. Dazu folgt mehr in einem der nächsten Blog-Einträge.


Während ich mein Umfeld wahrgenommen und nach Antworten auf meine eigenen Fragen gesucht habe, hat sich für mich immer deutlicher herauskristallisiert, dass ich mein Sein und mein Können für mich sinnvoll nutzen möchte, um Menschen einen geschützten Raum und einen sicheren Rahmen zu bieten. Einen Raum, in dem sie die Möglichkeit bekommen, sich bewusst und sinnvoll mit ihrer Gefühlswelt auseinanderzusetzen.


Und so starte ich heute.

Mit Vorfreude. Mit Respekt. Mit Mut.

Und freue mich auf gemeinsames „Bewegtes Fühlen“!

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